Herzlichen Glückwunsch zum 70., Israel!

Für mich ist dieser Staat immer noch ein Wunder. Man muss sich das einmal vorstellen: Im Jahre 1909 gab es dort, wo heute Tel Aviv steht, nur sandige Dünen. Heute steht dort eine moderne Großstadt mit Wolkenkratzern, Krankenhäusern, Highways, moderner Industrie, mit Clubs und Bars. Die Landessprache Hebräisch (Amtssprache neben Arabisch) wurde noch vor 150 Jahren im Grunde von niemandem mehr gesprochen. Heute wird auf Hebräisch gesprochen, geschrieben, geforscht, gelebt, geliebt und gestritten. Aus der unfassbaren Katastrophe des Holocaust, der das europäische Judentum fast vollständig vernichtet hat, ist ein Staat entstanden, in dem Jüdinnen und Juden selbstbestimmt und (weitestgehend) sicher leben können. Antisemiten haben den Juden vorgeworfen, sie könnten nicht kämpfen. Aber seit mehr als 70 Jahren behaupten sich die Israelis unangefochten in dem sprichwörtlichen Meer von Feinden mit einer der besten Armeen der Welt – und zwar auch ohne die immer wieder gern von Israels Gegnern ins Feld geführte Unterstützung durch die USA.
Aber das Geburtstagskind kann nicht nur optimistisch in die Zukunft blicken: Das fortgesetzte Besatzungsregime in den palästinensischen Gebieten ist für Israel und seinen demokratischen Charakter eine immer schwerere Bürde. Das Land ist einem hart geführten Kulturkampf zwischen Rechten und Linken, Religiösen und Säkularen ausgesetzt, in dem die säkularen, progressiv gesinnten Kräfte, dabei auch gerade das Friedenslager, zunehmend ins Hintertreffen geraten. Der schwelende Konflikt mit dem Iran, rechtsstaatlich bedenkliche Gesetzesvorhaben der Regierungskoalition, die höchst umstrittene Verlagerung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem mit all ihren möglichen Konsequenzen etc. lassen Böses ahnen.
Ich werde die Entwicklung Israels immer aufmerksam, immer angemessen kritisch, aber immer als treuer Freund begleiten. Alles Gute, Israel! Mazal tov!

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