Braunkohle: Wandel muss man auch gestalten wollen

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 09.01.2019 hat Ministerpräsident Kretschmer ein aus meiner Sicht bemerkenswertes Interview gegeben, und zwar zum Thema Braunkohleausstieg und Strukturwandel. Zugegeben, über das „Wie“ des Kohleausstiegs, insbesondere im Hinblick auf die betroffenen Menschen, kann man trefflich streiten. Erstaunlich ist aber doch, dass Michael Kretschmer über das „Ob“ auch im Jahre 2019 noch immer treuherzig folgendes sagt: „Für mich wird eigentlich immer klarer, dass wir im Grunde genommen auf die Verstromung der Braunkohle gar nicht verzichten können.“ Er argumentiert u.a., dass Braunkohle preiswert und grundlastfähig sei und ohne Subventionen auskomme, außerdem immer zur Verfügung stünde, und dass die Versorgung durch die Erneuerbaren auch nicht sicherer geworden sei.

Schwarz-rote Koalition in Sachsen hin oder her, da muss man schon einmal den Kopf schütteln. In 2018 haben die Erneuerbaren zum ersten Mal mit dem Energieträger Kohle gleichgezogen, und zwar mit einem Anteil von über 40 %. Die Erneuerbaren haben sich am Markt etabliert, weswegen mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 das Fördersystem von Einspeisevergütungen auf ein Ausschreibungssystem umgestellt wurde. Gleichzeitig wird der Klimawandel schon jetzt auf dramatische Weise spürbar.

Man kann dem Ministerpräsidenten nur raten, energiepolitisch in der Gegenwart anzukommen und für die Beschäftigten der Braunkohle-Industrie und für die betroffenen Regionen möglichst bald eine zukunftsfähige Perspektive zu finden.

(Bild: Mirage F.1 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons)

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