Besuch der Industrieschule Chemnitz

Beim heutigen Besuch der Industrieschule Chemnitz konnte ich mir ein Bild über die aktuelle Ausbildungssituation machen. Das Gebäude ist mir bestens bekannt. Hier habe ich einen Teil meiner Ausbildung absolviert. Außerdem kann ich mich noch an die Diskussionen erinnern, die wir im Stadtrat führten, um das Objekt sanieren zu können. Festzuhalten ist: Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Schülerzahlen steigen stetig. Mittlerweile lernen im BSZ über 1700 Berufsschüler.

Leider gibt es aber auch negative Entwicklungen zu verzeichnen. Die auf die Neuausschreibung der Strecke Chemnitz-Leipzig und dem damit verbundenen, schrittweisen Rückzug der Deutschen Bahn zurückzuführen sind. Dieser Rückzug bedeutet nicht nur Fahrzeitverlängerungen und Minderung im Fahrkomfort. Nein, mit der Industrieschule ist nun auch ein Chemnitzer Bildungsträger unmittelbar betroffen. Hier wird seit Jahren in den Fachrichtungen Fahrweg- sowie Lokführer- und Transportbetriebsdienst unterrichtet und ausgebildet. Für die DB verliert, mit dem Wegfall der Strecke, der Ausbildungsstandort und das berufliche Schulzentrum an Attraktivität. Damit droht ein ganzer Berufszweig, der momentan vierzügig in Chemnitz ausgebildet wird, wegzufallen. Ein weiteres Problem stellt der Nachwuchs unter den Ausbildern dar. So können die eigentlich gewünschten Klassenkapazitäten aufgrund von Personalmangel nicht ausgeschöpft werden.

Der schrittweise Rückzug der Deutschen Bahn aus der Wirtschaftsregion Chemnitz, führt somit auch unweigerlich zu neuen Problemfeldern. Die Auswirkungen auf die Industrieschule Chemnitz stehen hierfür stellvertretend. Diese Entwicklung ist bedenklich und bedauerlich zugleich.

Zur Industrieschule Chemnitz:

Die Industrieschule wurde vom Baubeamten und Architekten Friedrich Wagner-Poltrock entworfen. Der Bau begann im Jahr 1924 und war der erste Schulneubau in sächsischen Metropole Chemnitz nachdem 1.Weltkrieg. Die Schule wurde als Berufsschule geplant und der Schwerpunkt auf Technik gelegt.

Im Jahr 1925 wurde das Projekt in Sachsens Industriemetropole nach fast einjähriger Bauzeit fertiggestellt. Am 28.10.1928 wurde der Lehrbetrieb aufgenommen. Im Jahr 1938 besuchten bereits 5400 Schüler die Schule. Ausgebildet wurden dabei die unterschiedlichsten Fachrichtungen (Drucker, Elektroniker, Setzer, Bürolehrlinge, Former, Textilarbeiter usw.) Die Berufsschule legt den Schwerpunkt der Ausbildung seitdem auf technische Berufsfelder.

In Folge des Bombardements 1945 wurden große Teile der Schule zerstört, sodass die Ausbildung von Schülern und Azubis in den ersten Nachkriegsjahren nur eingeschränkt möglich war.

1956 wird die Industrieschule Chemnitz in zwei eigenständige Berufsschulen aufgeteilt, mit den schwerpunktmäßigen Ausbildungsrichtungen Elektrotechnik (Bsp.: Elektroniker) und Metallverarbeitung/KFZ-Berufe. Im Schuljahr 1969/1970 wurden beide Berufsschulen zu einem beruflichen Schulzentrum wiedervereinigt.

1983 wurde für die Schule eine moderne Turnhalle gebaut mit einer Gesamtnutzfläche von 965m².

Nach der Wiedervereinigung wurden die Profile der Ausbildungsfelder neu strukturiert. Die bestehenden Ausbildungsschwerpunkte (Technik), welche 1956 festgelegt wurden, blieben bestehen.

1994 wurde eine Schulpartnerschaft mit der Gewerblichen Schule Tübingen (BW) eingegangen und im Jahr 1995 eine neue Cafeteria eröffnet. Zudem begann 1997 die Rekonstruktion des Werkstattgebäudes.

Die Industrieschule Chmemnitz ab dem Jahr 2000

Im Jahr 2000 waren, unseren Informationen zur Folge, 2300 Schüler und Azubis in 103 Klassen  untergebracht. Zur selben Zeit waren zudem 73 Lehrkräfte an der Schule für die Ausbildung der Schüler und Schülerinnen angestellt.

2003 besuchte der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die Industrieschule Chemnitz im Rahmen einer Festveranstaltung zum 75. Jahrestag der Gründung der Schule.

Zwischen 2003 und 2010 wurden umfangreiche Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten an der Schule durchgeführt. Dies zog temporär die Verlagerung des Unterrichts in andere Institutionen mit sich.

Aktuell befinden sich, nach unseren Informationen, in etwa 1700 Schüler und Azubis in knapp 80 Klassen in der Ausbildung. (Stand: Oktober 2014).

Gegenwärtig werden an der Industrieschule Chemnitz unter anderen Berufskraftfahrer, Eisenbahner im Betriebsdienst, Elektroniker, Energie- und Gebäudetechniker und Fachinformatiker ausgebildet.

Weitere Informationen und Neuigkeiten rund um die Industrieschule Chemnitz in Sachsen finden Sie auf der schuleigenen Homepage.

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