Zu kurz gedacht: das Dieselfahrverbot

Es herrscht buchstäblich dicke Luft in der Automobilbranche. Mit ihren betrügerischen Manipulationen bei Abgaswerten haben die großen Autokonzerne nicht nur den Ruf einer ganzen Vorzeigebranche beschädigt, sondern auch das Ansehen Deutschlands im Ausland.

Wie aber nun weiter? Von Fahrverboten für Dieselautos in Innenstädten ist nun viel die Rede. Unabhängig von der Diskussion über den tatsächlichen Nutzen ist das viel zu kurz gedacht: Zum einen wird nicht ausreichend diskutiert, dass für die notwendigen, regelmäßigen Einspritzungen von Harnstofflösung (in Deutschland unter dem Markennamen AdBlue bekannt) zur Senkung des Stickoxid-Ausstoßes im Grunde die flächendeckende Infrastruktur fehlt. Dann aber sind Diesel-Pkws ja nur ein kleiner Teil des Problems. Den meisten Menschen ist nicht klar, dass die Hauptverursacher von Stickoxid-Ausstoß und Feinstaubbelastung ja nicht Autos sind, sondern Schiffe und Flugzeuge.

Was folgt daraus? Es reicht nicht, jetzt hektisch an der Symptomatik (zu viele Dieselautos in Innenstädten) herumzudoktern, sondern eine umweltfreundliche Gesamtlösung zu finden. Und das bedeutet: ran an die Wurzel des Problems, ran an die großen Verursacher. Und das geht – wie so oft – eben nur im internationalen Kontext, mittels gemeinsamer Anstrengungen der Industriestaaten.

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