Exit vom Brexit?

Seit dem 23. Juni 2016 steht fest, dass Großbritannien aus der EU austreten wird. Beinahe genauso lange hadert die britische Regierung nun schon mit der Umsetzung des Referendums, sodass die gefürchtete Option eines „No Deal“-Austritts in beängstigende Nähe gerückt ist. Und nun, am 26. Februar 2018, erklärte Jeremy Corbyn, dass die von ihm geführte Labour-Party ein zweites Referendum über den Brexit unterstützen würde. Von dem (relativen) EU-Skeptiker Corbyn ist das kein heroischer Versuch, doch noch in letzter Sekunde den Verbleib Großbritanniens in der EU zu sichern, sondern ein strategischer Schachzug, um die intern gespaltene Labour-Party zu befrieden, aus der zuletzt auch aufgrund des halbherzigen Oppositionskurses gegen den Brexit einige Unterhausabgeordnete ausgetreten waren. Darüber hinaus ist die Idee eines zweiten Referendums über den Brexit heute nicht weniger unsinnig, als sie es vor über zwei Jahren war, als David Cameron sich entschied, komplizierte Sachverhalte auf die simple Entscheidung zwischen „In“ oder „Out“ herunterzubrechen. Statt nun aus rein strategischen Gründen ein Referendum in Aussicht zu stellen, das allein noch lange keinen Verbleib Großbritanniens in der EU garantiert, hätte sich Corbyn früher, deutlicher und überzeugter für die EU aussprechen müssen. Nun gilt es nur noch, die „No deal“-Option zu verhindern, die mit jedem Tag ein Stück näher rückt.

(Bild: Royal Navy, LA(Phot) Simmo Simpson. This file is licensed under the Open Government Licence v1.0 (OGL).

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