Schwarzfahren ist keine Bagatelle!

In letzter Zeit werden wieder Forderungen laut, dass Schwarzfahren von einem Straftatbestand zu einer Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden sollte. Der deutsche Richterbund argumentierte, dass dadurch nicht nur Polizei und Justiz, sondern auch der Steuerzahler entlastet würden. Was gut gemeint klingt, ist aber zu kurz gedacht: Schwarzfahren ist kein Bagatelldelikt! Sollte es als solches eingestuft werden, provoziert es regelrecht einen massenhaften Missbrauch der öffentlichen Verkehrsmittel durch Fahren ohne Fahrkarte. Mitzahlen müssten dann diejenigen, die ordnungsgemäß ihr Ticket gekauft haben und damit den teuren ÖPNV mitfinanzieren. Das ist weder gerecht, noch trägt es zu einer langfristigen Entlastung von Justiz oder Polizei bei: Denn die Fälle, in denen wegen Schwarzfahrens ermittelt werden müsste, würden sich bei einer Herabstufung vom Straftatbestand zur Ordnungswidrigkeit tatsächlich exorbitant erhöhen. Solange die Steuereinnahmen nicht derart sprudeln, dass der ÖPNV komplett kostenlos werden kann, bleibt es dabei: Öffentliche Verkehrsmittel müssen finanziert werden – und zwar gerechterweise von allen, die sie benutzen!

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