Reden wir endlich!

Mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger haben am vergangenen Montag in Chemnitz mit Politikerinnen und Politikern die Frage „Wie sicher ist Chemnitz?“ diskutiert. Zwar wurde auch viel gebrüllt und gepöbelt von Seiten derer, die sowieso nicht am Austausch und an Lösungen für Probleme interessiert sind. Die Mehrheit der Menschen, die an dem Abend gekommen waren, wollten aber reden, diskutieren, sich informieren.

In Deutschland besteht die Gefahr einer ähnlich scharfen gesellschaftlichen Spaltung wie in den USA: einer Art neuer deutscher Teilung, aber nicht entlang eines Mauerstreifens, sondern entlang politischer Lagergrenzen, mit jeweils eigenen Medien und abgeschlossenen Echokammern, mit politischen Auseinandersetzungen, die sich in Geschrei, Anfeindung und Beleidigung und dem gegenseitigen Vorwurf der „Lüge“ erschöpft.

Deswegen: Reden wir endlich! Beim „Sachsengespräch“ mit Ministerpräsident Kretschmer am 30. August im Chemnitzer Stadion kamen noch über 600 Menschen (viele mussten abgewiesen werden), beim ersten Chemnitzer Bürgerdialog am Montag sind 300 von 500 Plätzen leer geblieben. Ich kann nur hoffen, dass sie nächstes Mal gefüllt sind mit Menschen, die genauso ehrlich und respektvoll diskutieren wollen wie die Mehrheit derer, die bereits am Montag vor Ort war. Denn nur so können wir in Chemnitz und überall in Deutschland miteinander leben und arbeiten.

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