Die Deutsche Bahn hat auch in der Hochphase der gesellschaftlichen Beschränkungen – trotz Nachfragerückgängen von bis zu 90 Prozent – den Zugverkehr weiter betrieben und damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag geleistet. Menschen blieben weiter mobil, ohne sich in überfüllte Züge zwängen zu müssen und sich damit Risiken auszusetzen.

Für diese Leistung gilt der Bahn und ihren Beschäftigten Dank. Sie hatte aber auch ihren Preis. Gemeinsam mit den Einnahmeausfällen im Güterverkehr hat die Pandemie bei der Deutschen Bahn bisher zu einen Fehlbetrag zwischen 11 und 13,5 Mrd. Euro geführt.

Einen großen Teil dieses Fehlbetrages – 4 bis 5 Mrd. Euro – wird die Bahn durch verschiedene Maßnahmen selbst einsparen. Ein Hauptaugenmerk soll dabei auf Personalkosten liegen. Der Wegfall von Bonuszahlungen für Vorstände und Führungskräfte, der Abbau von Mehrleistungen und Urlauben, aber auch Optimierungen bei der Personalplanung stehen zur Disposition. Das alles sind richtige Ansätze.

Wichtig ist jedoch, dass die Folgen der Corona-Pandemie nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die Bahn und der Bund haben für den Verkehrsträger Schiene große Ziele für die kommenden Jahre vereinbart. Unter dem Schlagwort „Starke Schiene“ soll bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppelt und der Anteil der Verkehrsleistung der Schiene am Güterverkehr auf 25 Prozent erhöht werden.

Um das zu erreichen, dürfen keine Stellen abgebaut werden. Das gilt gerade beim operativen Personal. Die geplante personelle Ausgestaltung der Dachstrategie „Starke Scheine“ mit insgesamt 100.000 Neueinstellungen bzw. 20.000 Neueinstellungen pro Jahr muss eingehalten werden.

Die Bahn muss – auch nach der Coronakrise – den demografischen Wandel ihrer Belegschaft gestalten, dem Fachkräftemangel begegnen und sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Ansonsten sind die ambitionierten Ziele für die Zukunft nicht zu erreichen.

Das zu gewährleisten ist auch ein zentraler Punkt bei der aktuellen Diskussion um Bundeshilfen für die Bahn. Deshalb ist das gestern von Bund, Deutscher Bahn und Arbeitnehmervertretern geschlossene „Bündnis für unsere Bahn“ absolut zu begrüßen. Es verdeutlicht den Willen aller Beteiligten, die Zukunft des Systemverbunds Schiene auch in Zeiten von Corona positiv zu gestalten.

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