Ein Schritt auf dem Weg zur europäischen Armee?

Als wertebasierte Staatengemeinschaft garantiert die EU die inzwischen längste Friedensperiode, die Europa seit Jahrhunderten erlebt hat. Deshalb ist es ein positives Signal, dass sich am 13.11.2018 23 EU-Staaten zu einer Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (SSZ) entschlossen haben. Die Vision von einer europäischen Armee, bei der Soldatinnen und Soldaten staatenübergreifend und unabhängig von nationalen Interessen zusammenarbeiten, bleibt zwar noch entfernte Zukunftsmusik. Aber der angestoßene Annäherungsprozess, der gerade auch angesichts der globalpolitisch instabilen Rolle der USA wichtiger ist denn je, könnte einen weiteren Schritt in diese Richtung bedeuten. Es wäre eine sehr begrüßenswerte Entwicklung. Eine engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene bedeutet nämlich nicht, wie einige Kritikerinnen und Kritiker behaupten, neue Kriege vorzubereiten. Es bedeutet, den europäischen Frieden und damit das Fundament des europäischen Zusammenlebens zu stärken. Und konkret bedeutet es, den rüstungspolitischen Irrsinn zu beenden, indem nämlich 23 EU-Staaten separate Streitkräfte mit jeweils eigenen Rüstungsindustrien und größtenteils inkompatiblen Waffensystemen unterhalten.

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