Die Geschichte wird uns Recht geben – leider

Man könnte ihn einfach genießen, diesen nicht enden wollenden Sommer: Freibad, warme Nächte mit Freunden in den Parks oder auf dem Balkon, einmal richtig und lange Sonne tanken, bevor wieder der graue deutsche Herbst und Winter kommt. Wäre da nicht die Kehrseite: Waldbrandgefahr, miese Ernten, ausgetrocknete Flüsse. Wir moderne Menschen sind es nicht gewohnt, von den Launen der Natur abhängig zu sein, deswegen versteht wohl kaum einer von uns wirklich die echten Sorgen der Förster und Landwirte ob der anhaltenden Dürre.

Dabei wäre es allerhöchste Zeit, das kalte Bier beiseite zu stellen und sich aufmerksam umzuschauen: Die Welt um uns herum verändert sich rapide. Das „jetzt kriegt euch mal wieder ein, es ist nur ein heißer Sommer“ ist völlig fehl am Platze. Was Wissenschaftler seit Jahrzehnten vorausgesagt haben, tritt tatsächlich ein: das immer schnellere Abschmelzen der Polkappen, die Verlangsamung des „Jetstreams“ über der Nordhalbkugel und daher ein längeres Verharren von Wetterlagen wie Trockenzeiten, die Erwärmung der Meere bis in große Tiefen, etc.

Was heißt das für uns? Es geht nicht nur darum, dass wir halt ein bisschen weniger Auto fahren müssen, oder dass dann eben irgendwann in Chemnitz Pfirsiche wachsen. Es geht um die mögliche Auslöschung der Menschheit, um Klimakriege, unvorstellbare globale Fluchtbewegungen, Massenarmut und Hungersnöte auch in Europa.

Und bei all dem höre ich Woche für Woche die Vertreter der AfD im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages ihre immer gleiche Leier vortragen: Die Warnungen der „Altparteien“ vor dem Klimawandel seien nur „ideologische Verblendung“ und der Versuch, den Deutschen das Autofahren zu verbieten. Aber die Geschichte wird uns Recht geben – leider.

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