Die 50er Jahre sind vorbei – Gedanken zur Europameisterschaft 2016

Europa ist wieder einmal im Fußball-Fieber. Aber wie bei so vielem in letzter Zeit ist auch bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich einiges anders als sonst. Eine scheinbar nicht abreißende Serie blutiger Terroranschläge hat das Sicherheitsgefühl (auch in Deutschland) nachhaltig beeinträchtigt und überschattet grau das bunte Fußballfest.

Dazu giften Vertreter der AfD, allen voran die Reinkarnation der 50er Jahre in Gestalt von Alexander Gauland, gegen angeblich „nicht-deutsche“ Spieler der Nationalmannschaft. Dass Shkodran Mustafi in Bad Hersfeld geboren ist, Jérôme Boateng in Berlin, Sami Khedira in Stuttgart und Mesut Özil in Gelsenkirchen, stört sie dabei nicht. Deutsch-Sein wird hier nicht mehr an Staatsangehörigkeit, Sozialisation und gelungene Integration geknüpft, sondern an dumpfe, nicht näher definierte ethnische Gesichtspunkte abseits der geltenden Rechtsordnung. Hier lassen die 30er Jahre grüßen.

Aber gerade unsere Nationalmannschaft zeigt, dass die 30er und 50er Jahre endgültig hinter uns liegen. Um deutsch zu sein, muss man eben nicht mehr nur weiß sein und Cordjacketts mit Ärmelaufnähern tragen. Man kann eben auch mit Stolz den Adler auf der Brust tragen und gleichzeitig auch stolz auf das türkische/albanische/arabische Erbe sein. Ist auch besser so, denn die alten, weißen Männer mit Cordjacketts und Ärmelaufnähern schießen eben auch keine Tore.

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