Zu Besuch beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Chemnitz.

Wir haben uns in den letzten Monaten ausgiebig im Bundestag mit dem Thema Flucht und Asyl in Deutschland befasst und somit auch mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dabei wurde viel über Personalaufstockung und Beschleunigung von Asylverfahren diskutiert. Mir ist es immer wichtig mich über die Auswirkungen der im Bund getroffenen Entscheidungen vor Ort zu informieren.

Deswegen traf ich mich gestern Vormittag zu einem Termin mit der Leiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in der Außenstelle Chemnitz. Im Gespräch wurde deutlich, dass es gerade durch die Aufstockung des Personals zu einer Entlastung bei der Bearbeitung und Abarbeitung der Anträge kommt. Natürlich spielt dabei auch die aktuelle Verminderung des Zustroms Asylsuchender nach Deutschland eine Rolle. Die Eröffnung weiterer BAMF-Außenstellen in Leipzig und in Dresden führte ebenfalls zu einer Entlastung. Darüber hinaus wurden in den Städten neue Jobs geschaffen.

 Schwierig bleibt nach wie vor die noch nicht ausreichend vereinheitlichte Erfassung der Personen, welche zum jetzigen Zeitpunkt noch über verschiedene Datenbanken erfolgt. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf, auch auf europäischer Ebene. Ein wichtiger Punkt, den ich mit nach Berlin nehmen werde. Ferner erhoffe ich mir vom Integrationsgesetz eine deutliche Verbesserung für alle Beteiligten, vor allem für die Geflüchteten aber auch für die Mitarbeiter*Innen in den kommunalen Ausländerbehörden und im BAMF.

In den vergangenen Monaten wurden im Freistaat, aber auch in anderen Bundesländern, Haupt- wie Ehrenamtlichen vor große Herausforderungen gestellt. Wir sollten aber nicht vergessen, dass dies nichts im Vergleich zu den Entbehrungen, der Furcht und den Strapazen ist, die die Menschen aus den Krisengebieten auf sich nahmen, um in Sicherheit zu gelangen.

Ein weiteres Thema während des Gesprächs: die Integration. Die Koordinierung dieser Aufgabe obliegt ebenfalls dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Nun ist es wichtig, dass wir, die Politik, aber auch die Gesellschaft bereit sind, das große Aufgabenfeld der Integration anzugehen.

Ich möchte mich nochmals ausdrücklich für die geleistete Arbeit der Mitarbeiter des BAMF bedanken. Gerade weil hier, wie auch von den unzähligen Ehrenamtlichen, Belastungsgrenzen überschritten wurden, um der Herausforderung zu begegnen.

Das BAMF

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist in Deutschland für die Umsetzung der Asylverfahren und den Schutz der Flüchtenden zuständig. Des Weiteren gehören die Integration der Geflüchteten und die Migrationsforschung zum Aufgabenbereich des Bundesamtes. Der Hauptsitz des Bundesamtes ist in Nürnberg. Zudem verfügt das BAMF über Außenstellen in  allen Bundesländern. In Sachsen gibt es neben dem BAMF Chemnitz, der leitenden Außenstelle im Freistaat Sachsen, noch weitere Außenstellen in Dresden und Leipzig.

Bereits im Jahr 1946 beginnt die Geschichte des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit der Unterbringung heimatloser Ausländer und Ausländerinnen auf dem Areal des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Langwasser (Stadtteil von Nürnberg). Damals noch auf Befehl der Amerikaner. Diese übergaben das Lager erst 1947 an die zuvor gegründete deutsche Flüchtlingsbehörde.

Aus dieser entstand im Jahr 1953 die Bundesdienststelle für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge mit damals 40 Mitarbeitern. 1960 wurde das Lager geschlossen  und die Flüchtlinge in der ehemaligen Polizeikaserne Zirndorf untergebracht. Dort wurden in den 50er-Jahren zwei neue Unterkünfte gebaut und zusätzliche Jobs geschaffen. 1961 bezogen die Angestellten der Bundesdienststelle das neu errichtete Verwaltungsgebäude.

Trotz der niedrigen Anzahl zu bearbeitender Asylanträge in den 1960er-Jahren, gewann die Arbeit des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer  Flüchtlinge mit dem Ausländergesetz vom 28. April 1965 zunehmend an Bedeutung. Erst in den 1970er- und 1980er-Jahren stieg die Anzahl der Anträge auf 100.000 jährlich. Die Behörde wurde auf 240 Mitarbeiter, aufgrund der anstehenden Arbeit, ausgebaut und die Erstaufnahmeeinrichtung war regelmäßig überbelegt.

Infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion entstanden neue Flüchtlingsbewegungen. 1992 beantragten über 400.000 Menschen  in der Bundesrepublik Asyl. Diese Zahlen zwangen das Bundesamt zu Veränderungen. Das Bundesamt richtete in den einzelnen Bundesländern 48 Außenstellen ein und beschäftigte zu dieser Zeit über 4.000 Mitarbeiter*Innen.

1996 zog  das Amt mit mittlerweile 800 Mitarbeitern*Innen in die Frankenstraße in Nürnberg ein. Im Jahr 2005 wurde aus dem Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

 

Weitere Informationen zum BAMF finden sie hier.

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