Wir, die Chemnitzer Bundestagsabgeordneten Detlef Müller, Michael Leutert und Frank Heinrich, rufen gemeinsam alle Chemnitzerinnen und Chemnitzer auf, sich an der Kundgebung „Chemnitz ist weltoffen: Gesicht zeigen für unsere Stadt“ zu beteiligen.

Als ein Teil der vielen Erstunterzeichner unterstützen wir hiermit den Aufruf des DGB-Südwestsachsen, am 09.02.2015 um 17 Uhr zu einer Kundgebung/Demonstration an der Brückenstraße zu kommen. Dort wollen wir mit vielen Chemnitzerinnen und Chemnitzern ein Zeichen für eine weltoffene, bunte und friedliche Stadt setzen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben in Chemnitz keinen Platz. Dem Schüren von Ängsten und Vorurteilen erteilen wir eine klare Absage.

Aufruf des DGB-Südwestsachsen:

„Wir Unterzeichner rufen die Chemnitzerinnen und Chemnitzer auf, am 9. Februar Gesicht zu zeigen für ihre Stadt – eine Stadt, die weltoffen ist und tolerant, die Mitmenschlichkeit lebt und viele Lebensentwürfe zulässt. An diesem Tag treffen wir uns deshalb um 17 Uhr zu einer Kundgebung und Demonstration an der Brückenstraße, um deutlich zu machen, dass unser Verständnis von Freiheit und Demokratie bedeutet, Flüchtlingen offen zu begegnen statt mit Vorurteilen und Rassismus.“

In Sachsen leben über vier Millionen Menschen. Die einen sind hier geboren, die anderen im Lauf ihres Lebens hergezogen. Wieder andere sind durch Krieg und Not in unser Land gekommen. Manche bleiben, andere werden wieder gehen. Einwanderung hat unsere Gesellschaft seit jeher bereichert. Zuwanderung hat Chemnitz, eine Stadt der Industrie und des Handwerks, erst zu einer Großstadt gemacht.

Offenheit und Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Religionszugehörigkeit, zwischen Menschen, die ganz unterschiedliche Erfahrungen mitbringen und verschiedene Lebensentwürfe haben, stellen einen Gewinn auch für unsere Region dar. Chemnitz lebt von einer offenen Wirtschaft und internationalen Verbindungen. Wir haben und wir wollen eine internationale Universität. Viele ausländische Studierende kommen gern hierher – und das soll so bleiben. Auch unsere Kulturszene ist geprägt von Vielfalt und Farbe. Ihr oftmals internationales Renommee hat Chemnitz wachsen lassen. Der Sport spielt für die Menschen in unserer Stadt eine wichtige Rolle und leistet einen enormen Betrag zur Verständigung, auch im internationalen Rahmen.

Viele Menschen in Chemnitz und Umgebung haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder für ein friedliches Miteinander und für eine weltoffene Gesellschaft eingesetzt. Die Menschen haben sich engagiert, weil sie es als ihre Bürgerpflicht ansehen, nicht nur dem Gesetz zu genügen und Flüchtlinge aufzunehmen, sondern sie wirklich willkommen zu heißen. Sie wollen nicht denen das Feld überlassen, die Ängste vor Anderen ausnutzen oder gar Rassismus schüren.

Die Debatte um Flucht, Asyl, Integration und Inklusion ist wichtig für unsere Zukunft.

Darum wollen wir sie sachlich, transparent und mit Vernunft führen. Wir schaffen nur gemeinsam eine Willkommenskultur! Die Kommunen, die Flüchtlinge aufnehmen, müssen finanziell besser ausgestattet und bei der Unterbringung von Flüchtlingen, zum Beispiel bei der Finanzierung begleitender Sozialarbeit, besser unterstützt werden. Dafür setzen wir uns ein. Genau wie für die rechtzeitige Information der Einwohner, der Verbände oder Vereine.

Gemeinsamer Aufruf der Chemnitzer Bundestagsabgeordneten: Wir wollen am 9. Februar deutlich machen, wie wir uns eine weltoffene Stadt, unser weltoffenes Chemnitz vorstellen.“

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