Abgeordnete enttäuscht über Antwort zum Chemnitztalviadukt – Jetzt Beteiligung am Planfeststellungsverfahren nutzen

Die Deutsche Bahn hat mit einem Antwortbrief auf das Anschreiben der Chemnitzer Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich (CDU), Michael Leutert (Die Linke), Detlef Müller (SPD) und des Dresdner Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen) zum Chemnitztalviadukt reagiert.

Darin lässt die Deutsche Bahn über den Konzernbevollmächtigten für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Eckhart Fricke, mitteilen, dass am bisherigen Vorhaben des Neubaus des Chemnitztalviaduktes festgehalten werde. Das Planfeststellungsverfahren sei beim Eisenbahn-Bundesamt ordnungsgemäß eingeleitet worden. Auf die Kritik der Abgeordneten, die sich gegen eine fehlende Fernverkehrsanbindung der Stadt Chemnitz richtet, verwies die Bahn lediglich auf geplante IC-Linien in den Jahren 2022 (IC-Linie 17: Rostock-Berlin-Dresden-München) und 2032 (IC-Linie 51: Aachen-Gera-Chemnitz).

Aus Sicht der Bundestagsabgeordneten ist das Antwortschreiben der Bahn ernüchternd und enttäuschend. Der Brief zeigt lediglich bereits bekannte Verfahrensschritte auf und wiederholt alle Textbausteine des Schreibens an die Mitglieder des Sächsischen Landtages (die sich ebenfalls an die Bahn gewandt hatten), ohne aber auf die breit vorgetragenen Wünsche und Argumente der Chemnitzerinnen und Chemnitzer, Bürgerinitiativen, Vereine und Mandatsträger aller politischen Parteien und Ebenen einzugehen, die sich für eine Sanierung (und damit den Erhalt) des Chemnitztalviadukts aussprechen. Vor dem Hintergrund der Bedeutung, die das Viadukt als wichtiges Baudenkmal der Stadt und für viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer besitzt, hätte das Thema eine fundierte Auseinandersetzung verdient.

Bedauerlicherweise bleibt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, eine direkte Antwort an die Bundestagsabgeordneten schuldig und lehnt auch ein Gespräch mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und den politischen Mandatsträgern ab.

Auch nicht hinzunehmen ist die „Abkopplung“ von Chemnitz und der Region durch eine fehlende Fernverkehrsanbindung.  Der Nachteil, der dadurch für Chemnitz und das direkte Umland  entsteht, ist enorm und einmalig für eine deutsche Region dieser Größenordnung. Das Plakat der Deutschen Bahn, „Schnell von City zu City. Entschleunigen, so schnell wie nie.“, das im Chemnitzer Hauptbahnhof angebracht ist, mutet vor dem Hintergrund dieser Situation fast zynisch an.

Die Bundestagsabgeordneten werden sich weiterhin überparteilich mit allen politischen und gesellschaftlichen Akteuren für einen Erhalt des Chemnitztalviadukts einsetzen und wirken gemeinsam mit der Stadtspitze auf ein Treffen mit Bahnchef Dr. Grube hin.

„Wir begrüßen, dass die Landesdirektion unseren Brief als Einwendung zum Planfeststellungsverfahren aufgreift. Jetzt kommt es drauf an, dass Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Initiativen sich intensiv mit Einwendungen am Planfeststellungsverfahren beteiligen.“

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