Es wird nie vorbei sein

Heute vor 72 Jahren wurde das Vernichtungslager Auschwitz von Truppen der Roten Armee befreit.

Noch immer gibt es diejenigen, die einen „Schlussstrich“ ziehen wollen, weil „es ja irgendwann mal gut ist“, „es schon so lange her ist“ und dergleichen. Die kürzlichen Worte des Hetzers Björn Höcke (AfD) klingen uns noch in den Ohren.

Hierzu aber ein Zitat des israelischen Schriftstellers David Grossman: „Eine kleine sprachliche Sache fällt mir immer wieder auf, wenn ich Europa besuche, insbesondere die deutschsprachigen Länder. Wenn die Leute mit mir reden, sprechen sie oft davon ‚was damals passierte‘. ‚Damals‘, das bedeutet, dass früher, in der Vergangenheit, Dinge geschehen sind, die heute nicht mehr geschehen; es ist alles vorbei. Aber im Hebräischen, oder im Jiddischen (eigentlich in jeder Sprache, wenn Juden über den Holocaust sprechen) sagen die Leute nie ‚damals‘. Sie sagen ‚dort‘. ‚Dort‘ bedeutet, dass in diesem ‚dort‘ – nicht nur in Deutschland, sondern im Menschsein überhaupt – die Dinge immer noch existieren. Oder passieren. Und auf alle Fälle ist es nicht vorbei. Ganz bestimmt nicht für uns.“ (Zit. aus: David Grossman, Death as a way of Life)

Es ist nicht vorbei, auch nicht für Nichtjuden. Es ist solange nicht vorbei, wie die Erinnerung an die monströsen Verbrechen der Nationalsozialisten uns mit Grauen erfüllt. Es ist solange nicht vorbei, wie man sich der Toten erinnert und um sie trauert. Und deshalb wird es nie vorbei sein.

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