Gedanken zum 1. Mai von Detlef Müller | MdB

Es war einmal der 1. Mai. Das war (und ist) für uns SozialdemokratInnen ein hoher Feiertag, an dem wir uns gutgelaunt und friedlich auf den Marktplätzen versammelten und uns bei gutem Wetter nicht nur unserer langen Geschichte und harter Kämpfe erinnerten, sondern auch immer wieder unsere Forderungen nach einer gerechteren Gesellschaft erneuerten. Dann machten wir Ausflüge mit unseren Familien und hörten abends die Nachrichten von Krawallen in Kreuzberg.
An diesem 1. Mai aber hörten wir abends, dass die Polizei unseren Bundesjustizminister Heiko Maas in Zwickau bei einer DGB-Kundgebung vor rechten Störern schützen musste.
Seien wir ehrlich zueinander: Der gesellschaftliche Zusammenhalt in diesem Land, und damit einhergehend auch die Bereitschaft, wie vernünftige Menschen miteinander zu diskutieren, geht den Bach runter. Der demokratisch-republikanische Konsens kippt, und zwar immer schneller.
So geht es nicht weiter. Wir müssen uns noch härter auseinandersetzen, uns den Diskussionen stellen, auch wenn wir dabei die Faust in der Tasche ballen, weil sie uns mal wieder zu sehr juckt. Ran an die Bevölkerung, rein in die Diskussionen, offensiver und eindeutiger in unserer Politik. Und wir brauchen vor allem immer wieder Haltung. Beim nächsten 1. Mai (und wann immer es nötig ist bis dahin) müssen wir wieder alle auf der Straße sein und zeigen, wofür die Sozialdemokratie immer gestanden hat: Demokratie, Respekt, Toleranz und Mut zur Veränderung.

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