Am Rande notiert: Jakob Maria Mierscheid

Ich habe in der SPD-Bundestagsfraktion einen etwas wunderlichen, aber doch sehr angenehmen Kollegen: den Morbacher Abgeordneten Jakob Maria Mierscheid. Er gehört dem Deutschen Bundestag seit 1979 (!) an, und hat in dieser langen Zeit seines Dienstes an Deutschland und der Demokratie nie aufgehört einer wacher Geist und ein aufrechter Sozialdemokrat zu sein. Einzelheiten über Jakob Maria Mierscheid können der Homepage des Deutschen Bundestages entnommen werden: https://www.bundestag.de/abgeordnete18/mierscheid, aber auch der Wikipedia-Eintrag ist ziemlich gut: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Maria_Mierscheid.

Problem ist: Den Abgeordneten Jakob Maria Mierscheid gibt es gar nicht. Und es hat ihn nie gegeben. Mierscheid wurde im Dezember 1979 von den beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Würtz und Karl Haehser in einer Bierlaune erfunden und im Abgeordnetenregister des Deutschen Bundestages untergebracht. Und dort findet man ihn als „running gag“ des deutschen Parlamentarismus bis heute. Mierscheids fiktives Abgeordnetenleben wird bis heute von der SPD-Fraktion liebevoll gepflegt und weiterentwickelt. So meldet er sich immer wieder in Pressemitteilungen zu Wort, twittert und hat auch ein Facebook-Profil.

Auf der gestrigen Spargelfahrt des Seeheimer Kreises der SPD-Fraktion auf dem Wannsee war Mierscheid natürlich nebst Gattin anwesend und hat sich Spargel und Weißwein schmecken lassen (Bild).

Zu Ehren des langjährigen Abgeordneten ist der Verbindungssteg zwischen Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus nach ihm benannt.

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